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Zahntourismus | Zahnbehandlung in Ungarn

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Allgemeines:  Die Ziele der Zahntouristen

Gesunde Zähne sind nicht nur eine Sache der Sorgfalt, sondern auch eine des Geldes. Das gilt insbesondere für den Zahnersatz. Denn werden hier aufwändige Behandlungen notwendig, kann das für den Patienten schnell teuer werden. Grund dafür sind vor allem die hohen Material- und Laborkosten in Deutschland.
Daher suchen immer mehr Menschen im Ausland nach günstigeren Alternativen. Die Bundeszahnärztekammer behauptet zwar, dass die deutschen Preise gar nicht so schlecht seien und eher im Mittelfeld der EU-Länder lägen. Die Einsparmöglichkeiten im Ausland sind trotzdem enorm. Zahnersatz aus Billiglohnländern kostet manchmal bis zu 70 Prozent weniger als in Deutschland. Selbst bei einem Zahnarztbesuch im europäischen Nachbarland lassen sich zum Teil viele glänzende Euros sparen. Nicht selten wird ein solcher Aufenthalt auch mit einem Urlaub verbunden. Zahntourismus liegt im Trend, ebenso der Import von Zahnersatz. Doch spricht etwas dagegen, sich im Ausland möglichst billig mit Brücken, Kronen oder Inlays einzudecken? Und welche Risiken geht jemand ein, der seinen Zahnersatz aus einem ausländischen Dentallabor kommen lässt?

Tschechien, Polen, Ungarn, Kroatien, Türkei oder Thailand gelten als die zahntouristischen Billigländer. Wer sich hier seinen Zahnersatz fertigen und auch einbauen lässt, kann durchaus bis zu 70 Prozent der Kosten sparen. Zu beachten ist jedoch, dass Kassenpatienten Zahnbehandlungen, die in Nicht-EU-Ländern erfolgen, komplett selbst zahlen müssen.


An zahnärztlichen Leistungen, die innerhalb der EU-Grenzen erfolgen, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen.


Grundlage hierfür sind zwei Urteile des Europäischen Gerichtshofs (Az.: C-120/95 und C-158/96), nach denen sich jeder EU-Bürger in allen Mitgliedsländern behandeln lassen darf. Die Kosten dafür sind im Heimatland erstattungsfähig. Das heißt, dass die Krankenkassen den Festzuschuss, der dem Versicherten auch bei Leistungen in Deutschland zustehen würde, zahlen. Damit wird Zahntourismus nach Polen, Ungarn und Tschechien mit dem EU-Beitrittt der Länder am 01. Mai 2004 noch interessanter.


Schon vor Reisebeginn sollte Kontakt mit der Krankenkasse aufgenommen werden

Seit einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofes vom Mai 2003, der die ambulante Arztbehandlung im EU-Ausland ohne Genehmigung der gesetzlichen Krankenkassen möglich gemacht hat, ist der Weg zur Prothese im Ausland wesentlich unbürokratischer geworden. Wer jedoch sichergehen will, dass die Krankenkasse auch wirklich den erwarteten Festzuschuss zur Zahnbehandlung im Ausland übernimmt, sollte sich schon vor Reiseantritt mit ihr in Verbindung setzen. Es empfiehlt sich, auf Grundlage des Heil- und Kostenplans des deutschen Zahnarztes einen Kostenvoranschlag des ausländischen Zahnarztes einzuholen und diesen bei der Kasse einzureichen. Genehmigt die Krankenkasse die Auslandsbehandlung, so geht der Patient zunächst zwar in Vorleistung, bekommt aber später die anrechnungsfähigen Behandlungskosten zurückerstattet.

Die Qualität ausländischer Zahnärzte ist nicht unbedingt schlechter

Im Internet lassen sich zahlreiche Seiten mit Angeboten und Informationen zu den Leistungskatalogen ausländischer Zahnärzte und Zahnkliniken finden. Oftmals kann man sich hier auch per E-Mail einen Kostenvoranschlag für die benötigte Zahnbehandlung zukommen lassen. So lassen sich Preisunterschiede leicht feststellen.
Schwieriger ist es, verlässliche Informationen über die Qualität des Zahnarztes zu bekommen. Ein Anruf kann hier zumindest einen ersten Eindruck vermitteln, besser noch ist ein Tipp eines zufriedenen Bekannten, der bereits Zahnersatz aus dem Ausland hat. Ein gewisses Risiko, an einen vergleichsweise nicht so guten Zahnarzt zu geraten, ist jedoch immer vorhanden.
Allerdings ist die Qualität zahnärztlicher Leistungen im Ausland nicht zwingend schlechter als in Deutschland. Beispielsweise hat die ungarische Zahnmedizin grundsätzlich einen hohen Standard. Das Problem sind vielmehr manche Behandlungszentren in Grenznähe, die rein nach wirtschaftlichen Kriterien arbeiten und nicht genügend auf die notwendige medizinische Sorgfalt achten. Zeit- und kostenintensive Vorbehandlungen werden hier beispielsweise oft vernachlässigt. Diese Zentren gehören aber meist privaten Investoren aus ganz Europa und nicht unbedingt heimischen Zahnärzten.

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