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Zwischen Bordeaux und Lyon liegt
Frankreichs wohl charmanteste Region: Von Trüffeln, Enten, Gänsen,
Höhlen und Schlössern. Wer bei Gedanken an Trüffeln oder Gänseleberpasteten
Gallenbeschwerden, beim Besuch prähistorischer Höhlen Platzangst
und beim Anblick von alten Schlössern Rheuma-Anfälle bekommt,
gefährdet beim Lesen der folgenden Zeilen möglicherweise seine
Gesundheit. Denn über Risiko und Nebenwirkung können auch
heimische Ärzte und Apotheker nur mangelhaft aufklären. Ausser
Sie kennen das Perigord. Eine Region Frankreichs, von der schon
der US-Literat Henry Miller recht überschwenglich befand, dass ´diesseits
von Griechenland nichts dem Paradies so nahe kommt´.
Und dem Bohemien Miller war ja, liest man seine Romane, wirklich
nichts fremd. Zugegeben, die Anreise ist etwas mühsam. Haben doch
auch Frankreichkenner mitunter Schwierigkeiten die Region auf
Anhieb auf der Karte zu finden. Erster Anhaltspunkt ist Bordeaux
an der Atlantikküste, flußaufwärts der Dordogne entlang bis zu
dem Städtchen Bergerac. Der Hauptstadt des Perigord Purpur. Eine
der charmantesten Städte der Region. Denn im Kern der Stadt
pulsiert das pralle Leben. Zumindest in den Sommermonaten.
Theateraufführungen, Konzerte, Märkte und jede Menge
geschmackvoll eingerichtete Restaurants mit Gastgärten. Und was
dann auf den Tisch kommt, läßt das Herz jedes Gourmets und
Gourmands höher schlagen. Denn nicht umsonst lautet eine alte
Bauernregel
„Im Perigord wäscht
man sich nicht, da ißt man.“
Wobei ersteres auch nach längerem
Aufenthalt nicht nachvollziehbar ist letzteres allerdings schon.
Um nur einige der Köstlichkeiten zu nennen: Getrüffelte
Gänse-oder Entenleber-Pasteten (evtl. mit einem Schuß
Armagnac), Chabrol (Kräuter
- Gemüsesuppe, die mit Rotwein aufgefüllt wird), Confit
d`oie ( im eigenen Fett eingemachtes Gänsefleisch),
Salat mit Nußöl und Walnüssen. Nicht eben leichte Gerichte,
aber wer um seine Galle fürchtet, siehe vorher......
Doch das Perigord bietet nicht
nur kulinarische Genüsse. Nirgendwo sonst kommt man den Erben
unserer Ur-Ur-Urahnen (konkret dem Cro-Magnon Menschen) so nahe. Zählen
doch die15.000 bis 20.000 Jahre alten Höhlenmalereien z.B. von
Font-de-Gaume bei Les Eyzies im Tal der Vezere zu denen, die im
Original besichtig werden können.Denn die legendären Bilder von
Lascaux wurden gesichert. Eine Nachbildung ist dort zu sehen.
Geschichtsträchtig präsentiert
sich das Land an der Dordogne aber nicht nur unterirdisch.
Zwischen satten Wiesen, Feldern und Wäldern reiht sich Chateau an
Chateau, die meist auf den Trümmern von Befestigungsanlagen aus
der Zeit des 100 jährigen Kriegs gegen England entstanden. Einige
verfallen, viele aber sind restauriert, als Stammsitz
weltbekannter Weinbau-Dynastien oder aber zu Hotels umgebaut.
Manche Chateaux sind in Privatbesitz, damit der Eigentümer
zumindest zeitweise wie „Gott in Frankreich“ leben kann.
Gemeinsam haben sie eines: Wenn von der Dordogne der Morgennebel
aufsteigt, sehen sie aus wie Märchenschlösser
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